Katzen und Wolle

Puschel und ich hatten am Anfang unsere Meinung was Wolle und Stricken betraf. Aber dann hatte sie sich im Spiel in ein Nadelspiel mit dranhängender Socke verwickelt, war unter die Couch geflüchtet und die Nadeln (Bambus!) spießten sie in die Seite. Männe hatte sie damals aus ihrer Misere gerettet und danach war Wolle dermaßen für sie “out”, dass ich alles liegen lassen konnte. Sie ging nie mehr an irgendwelche Wollknäuel.

Dass ich bei den 2 süßen kleinen Rackern genauso verfahren konnte und alles fröhlich liegen lassen könnte, habe ich nie gedacht und somit vorgebaut. Also alles katzensicher verpackt und das aktuelle Sockenstrickzeug in eine Tupperbox gepackt. Alles weitere – naja. Ich war auf alles vorbereitet. Worauf ich nicht gefasst war, dass ihnen das Stricken völlig egal ist. Mein Knäuel rollt ja auch nicht lustig auf dem Boden herum, sondern ich klemm das immer links zwischen Couch und Oberschenkel ein. Da wackelt fast nix. Bucky hat auch schon mal geguckt, wo der Faden herkommt, aber mehr auch nicht. Ich kann weiter stricken *freu* – zumindest erstmal Socken.

Die beiden interessiert eher das Kimmelsche Cat-TV:

CatTVDie TV-Bank davor ist eher improvisiert. Denn der einzige Kratzbaum steht vor dem anderen Fenster. Aber als ich Zamira nach oben linsen sah und sich halb verrenkend, um zu gucken, was da oben so ist, haben wir erst einen Stuhl vors Aquarium gestellt. Dann wollte Bucky auch mal gucken und schon hatten sie ne TV-Bank stehen. Dort wird gern mal gechillt, mit der Pfote nach unschuldigen Welsen geangelt (Durch die Scheibe. Da kommen sie nicht ran. Und ich hab schon manchen Wels grinsen gesehen). Die Fische störts nicht und die Katzen freuts. CatTV Nr. 2 steht im Obergeschoß. Da gibts einen schwarzen Bürostuhl und einen Holztisch als Beobachtungsposten. Da wohnt die Schildie. Die stört sich auch nicht an den Beobachtern, da auch sie sicher wohnt. Da gibts nämlich über ihrem eigentlich deckenlosen Zuhause einen von Männe gezimmerten Rahmen mit Hasendraht. Da kommt auch keine Samtnase ran.

Und damit die handarbeitende Fraktion was zum gucken hat, hier die Werke der letzten 3 Wochen:

Und dann hatte schon im Frühjahr meine Schwiegermama Bedarf an einem Wurm angemeldet. Pink sollte er sein und der Bär hatte einen Model-Job:

wurm9

neues Leben in der Bude

Trotz unserer Trauer um Puschelchen wurde bei uns der Wunsch nach einem neuen Kätzchen wach. Und ein Perserchen sollte es sein. Sonntag guckten wir uns schon im Internet nach neuen Hausgenossen um. Ja. Wir wollten uns 2 holen. 2 können sich eher miteinander beschäftigen, sind nie allein, auch wenn wir mal ausgehen. Puschelchen hatte ja Angst vor Artgenossen und eine 2. Katze hätte unser Sorgenkind nur verschreckt.

Irgendwann sind wir dann auf eine Perserkatzenzucht in Sachsen gestoßen – Perserkätzchen mit Näschen vom ~*Rosenbachtal*~. Wir guckten uns die Homepage an, lasen alles genau durch, grinsten über den Katzenknigge und verliebten uns schon halb in die Fotos der bereits vermittelten Katzen in der Galerie. Ein Perserchen niedlicher als das andre. Wir schmolzen dahin wie Eis in der Sonne. Also riefen wir dort an und machten einen Termin am Montag nachmittag aus. Nur mal gucken und evtl. auch 2 Kätzchen mitnehmen. Man muss ja erstmal gucken, wie so die Züchterin ist und ob das Herz überhaupt “ja” sagt. Puschelchen war ja erst seit 2 Tagen tot.

Der Hof mit Pferden ist etwas außerhalb des Dorfes gelegen und hinter dem Tor tobten 3 große Hunde. Ich hab Riesenbammel vor großen Hunden… Aber ich wollte die Kätzchen sehen. Die Züchterin Yvonne holte uns ab und – kein Hund hat was von mir gewollt. Sicher fühlte ich mich erst, als die Haustür zu, die Hunde draußen waren. Dann gings ins Wohnzimmer. Auf dem Weg hinauf wuselten uns schon Perser in allen Größen entgegen. Yvonne lud uns zum Kaffeetrinken ein und nachdem wir unsere Nervosität mit leckerem Kuchen und heißen Kaffee etwas in den Griff bekommen hatten, lockte sie die Kätzchen, die noch nicht von Neugier getrieben bereits im Zimmer waren, mit Leckerli an. Eine davon fiel mir gleich auf. Das sei Zamira.
Zamira
Von diesem Moment an war klar – ohne Kätzchen kommen wir hier nicht weg. Langsam kamen wir immer mehr ins Gespräch und es drehte sich nicht nur um die Fellnäschen. Es passte irgendwie mit Yvonne auch menschlich. Wenn einer Jahrgang 1970 ist wie wir, zudem noch Socken strickt und sich auch weitere Themen mit uns deckten – seeehr sympatisch! Aber wer passt zu Zamira am besten? Ein ruhiger süßer Kater, zu dem Yvonnes Mann Lämmi (fällt Euch was auf? Auch der Spitzname deckt sich – bis auf die Schreibweise – zu meinem Männe!) “Eisbärchen” sagte. Buck sollte also noch mit Zamira umziehen.

Wir vergaßen komplett die Zeit und irgendwann kamen die beiden in den Kennel, wurde das “geschäftliche” geregelt und wir fuhren nach Hause. Ohne Theater – ganz ruhig überstanden die beide die Fahrt.

Seit gestern früh um 6 Uhr (*gäääähn*) traute sich dann erst Zamira und dann auch Bucky aus dem Gästeklo mit dem Katzenklo raus. Zamira war dann auch viel mutiger und erkundete als erste, wie so das Leben in der fremden Umgebung ist. Nur Bucky ist noch sehr verschreckt. Aber irgendwann konnten wir auch beide fotografieren.

Buck_ZamiraUnd am frühen Abend gings dann auch mal ins obere Stockwerk. Hier sprangen beide aufs Bett (in MEIN Bett!) und dann wurde eine Weile miteinander gebalgt. Männe und ich amüsierten uns köstlich. Auch Kratzbaum, bisschen Spielzeug wurde ausgetestet und für gut befunden. Heute früh war dann Zamira wieder bei uns, nur Bucky ist noch unheimlich verschreckt und wohnt derzeit von Zamira beschützt unter unserem Sofa. Was muss auch beim Steak braten der Rauchmelder losgehen *hüstel*

Ich bin gespannt, wie unser Leben mit 2 süßen Stubentigern verläuft. Aber niedlich sind sie beide, verschmust und lieb :)

einschneidende Veränderungen

Inzwischen habe ich schon die 4. Woche Urlaub. Und auch dieser Urlaub wird mir lange in Erinnerung sein. Nicht nur wegen der Länge – wann hat man schon mal 7 Wochen durchgehend frei? – sondern auch wegen den vielen Ereignissen die mit den Urlauben begonnen haben.

Bevor wir eine Woche nach Nordfriesland gefahren sind (meine – quasi – Privat-Reha) habe ich mir ein neues Auto gekauft. Mein Polo “Paulchen” war ja schon über 14 Jahre alt und dank einer Finanzspritze konnte ich mir ein neues Töfftöff aussuchen. Meine Wahl fiel auf einen VW Up! und genau so einer steht in der Garage jetzt. “Seppl” wird mich hoffentlich unfallfrei und weitgehend reparaturfrei durch die nächsten Jahre kutschieren.

Weit mehr als das Auto hat mich und auch Männe eine andere Sache beschäftigt. Ich hab ja schon öfter von unserem Puschelchen berichtet. Das war ja unser Sorgenkätzchen, das vor 11 Jahren mit der vermaledeiten Hornhautnekrose und der verunglückten Narkose begann. Inzwischen hat sich zu allem Übel noch eine Nierenkrankheit dazugesellt. Wir versuchten das mit viel Liebe, Geduld und Mittelchen von unserem Tierarzt zu behandeln. Viel Hoffnung machte er uns ja nicht, aber Puschelchen ist ja eine Kämpfernatur. Unglückseligerweise war diese Diagnose bevor ich so halt Hals über Kopf in die Klinik zur Brust-OP musste. Und dann noch so lange dort ausharren musste. Puschelchen war ja immer sehr auf mich geprägt gewesen, während der langen Dauer der *Otto*-Behandlung hat sich das nur noch verstärkt. Ich war ja den ganzen Tag daheim. Wegen des veränderten Geruchs während der Chemo war ich ihr zwar nicht immer geheuer, aber das war “Mama” und so kam sie trotzdem immer zu mir.

Die Medikamente schlugen einigermaßen an, Puschelchen fraß wieder (das hatte sie zwischenzeitlich auch aufgegeben gehabt) und wog zwischenzeitlich wieder 2,5 kg. Dazwischen ist sie wieder mal auf 2,3 kg abgestürzt gewesen. Dann kam die Woche Nordfriesland immer näher. Und Puschelchen bekam Verstopfung und fraß wieder mal zu wenig. Ein Miniklistier beim Tierarzt half ihr wieder, Schwiegerpapa wurde in Medikamentengabe in die Katz instruiert und wir fuhren einigermaßen beruhigt in den Urlaub. Während der Woche erkundigten wir uns immer wies unserem Puschelchen geht. Ja, sie frisst ein bisschen, sie schmust und das mit den Medikamenten klappt auch.

Als wir wieder daheim waren (Dienstag vor einer Woche) stellen wir fest, dass sie wieder Verstopfung hatte. Und irgendwie hatte Puschelchen wieder weniger auf den Rippen. Man konnte ohne Anstrengung sämtliche Rippen und die Wirbelsäule ertasten und die Kraft hatte nachgelassen. Donnerstag also wieder zum Tierarzt, wieder Klistier und raus war der Störenfried. Danach war sie etwas beleidigt, fraß aber ein ganz klein bisschen wieder. Freitag war sie wieder kuschliger und hat zwar kaum gefressen, aber viel getrunken. Nun tagsüber hat man sie selten fressen gesehen, das war eher nachts der Fall.

Von Freitag auf Samstag konnte ich schlecht schlafen. Und so standen wir um 8.30 Uhr endlich auf. Als wir im Erdgeschoss ankamen und durch den Durchgang von Flur ins Wohnzimmer wollten, schleppte sich Puschelchen an und brach zusammen. Wir erschraken nicht wenig. Männe legte sie dann auf den Teppichflicken, auf dem sie immer gern gelegen hatte und Puschelchen schrie und fauchte. Sie hatte Schmerzen! Und in Bayern war am Samstag Feiertag. Unser Tierarzt hatte zwar private Termine an dem Wochenende, aber für Spritzen in die Katz hatte er noch Zeit. Puschel sah wirklich sehr sehr krank aus.

Sie hatte eine viel zu niedrige Körpertemperatur und wir sollten sie warmhalten. Also improvisierte Wärmeflasche aus mit warmen Wasserflaschen unter den Kennel, auf Puschelchen eine Decke gebreitet und gehofft. Puschelchen hasste Decken auf ihr. Aber jetzt rührte sie sich keinen Millimeter. Nachmittags wurde es dann immer dramatischer. Sie hechelte sehr stark und Speichel floß aus ihrem Mäulchen und sie wurde immer apatischer. Letztendlich fuhren wir in die Tierklinik nach Lichtenfels mit ihr.

Hier konnte ihr leider nicht mehr geholfen werden: die Nieren- und Harnwerte in nicht mehr messbaren Bereichen – Nierenversagen. Durch die Nierenkrankheit hat sie sich quasi selbst vergiftet. Und so mussten wir unsere kleine Kämpfernatur Puschel über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Ihr letzte Ruhestätte hat sie bei uns im Garten nahe der Wildrosen bekommen.

Und das war unser Puschelchen, die trotz allem doch 12,5 Jahre alt geworden ist. Wir werden sie nie vergessen….

Puschelchen

Mosaic

Mein Deckenprojekt “Mosaic-Decke” und gleichzeitig Verwertung der Merinokonen schreitet voran. Die gefachte Merino ist ganz gut zu verstricken, aber leider für mich als Pulli oder Jacke nicht geeignet, da sie sehr zum leiern neigt und dann noch als Zugabe gerne Fäden zieht. Einzelne Patche gehen sehr schnell mal nebenbei und so hab ich wieder einen Stapel fertig bekommen.

Neulich habe ich das Buch mal durchgeblättert und angestrichen, welche Patche mir gut gefallen. Und was soll ich sagen – ich kann noch viele Mosaic-Patche zeigen :-) Und Spaß machts!

Ansonsten arbeite ich seit gestern wieder, schlappe 4 Stunden am Tag. Es ist schon ganz schön nur einen halben Tag zu arbeiten, aber eigentlich hätte ich sofort komplett wieder einsteigen können…

 

erster Friseurbesuch

Heute mal nix strickiges. Ich war zum ersten Mal wieder nach dem 2. Januar 2014 (der Termin war für mich der Horror schlechthin) wieder beim Friseur. Die Haare wuchsen ja fröhlich vor sich hin und wo sie wollten. Und diesen “Wildwuchs” wollte ich etwas eindämmen. Und so machte ich einen kurzfristigen Termin aus und ließ mich aufhübschen. Der Preis dafür war unschlagbar – 5 € hat der Spaß gekostet.

Und so schau ich jetzt aus:
ulli09So kann ich mich doch nächste Woche wieder im Dienst der “Öffentlichkeit” zeigen :-) Ich hätte nie gedacht, dass mir Kurzhaarfrisuren stehen…

Bilderflut

In der letzten Zeit hatte ich viel Zeit und auch die Muße zum Stricken. Erstmal ein paar Patche der Mosaik-Decke:

Und diverse Paare Socken wurden auch fertig.

Ansonsten bin ich jetzt mit der Bestrahlung fertig und zu arbeiten fange ich auch bald an. Ich freue mich schon unheimlich darauf. Endlich wieder normal :-) Okay. Mit den Nachwirkungen der Bestrahlungen kämpfe ich noch mit Tabletten und zweierlei Sälbchen, aber was ist das alles verglichen mit dem was da schon alles war? Es war ein sehr anstrengendes 2014 bis jetzt. Aber nach der “Wiedereingliederung”, die ich *etwas* forciert habe (und auch jeder mitgespielt hat) gehts in den Urlaub. Und wisst Ihr wohin es endlich wieder geht? In den hohen Norden. Ich seh schon die Nordsee und die Matjesbrötchen und viele schöne GeoCaches im Hintergrund winken.

Und damit mirs auch danach nicht langweilig wird, kam heute auch das Opal-Abo:

Opal Abo Sept 2014

Neues

Oh, über einen Monat habe ich nichts mehr hier geschrieben! Und dabei hat sich so einiges getan:
Seit etwa 2 Wochen habe ich meine Mützen in Urlaub geschickt und laufe mit meiner neuen Frisur herum: ein supersommerlicher Bürstenschnitt ziert mein Haupt. Ich bin echt begeistert! Endlich wieder Haare. Heute habe ich sie zum ersten Mal mit Haarwaschmittel gewaschen, sonst wurden sie einfach so unter der Dusche nass gemacht. Seit über 7 Monaten wieder Haare waschen *freu*
Seit 4. August hat auch die Bestrahlung begonnen. Jeden Tag fahre ich ins Klinikum – derzeit nach Bayreuth, weil in Kulmbach Wartungsarbeiten durchgeführt werden – und lege mich für 15 Minuten unter das Gerät. 28 mal darf ich das insgesamt durchziehen, 9 mal hab ich das schon hinter mir. Und noch keine Nebenwirkungen *schnauf* Die Zeit, in der ich krank daheim bin neigt sich langsam dem Ende zu. Arbeit, ich komme – vielleicht im Oktober oder so.

Aber gestrickt wurde auch in der Zwischenzeit. Nicht viel. Aber ich hab Euch ja versprochen, dass noch einiges vor der Operation fertig geworden ist:

Und Socken wurden auch fertig. Einmal die, die ich am Wochenende vor der Operation im Klinikum gestrickt hatte:

Opal Mai, CharademusterOpal Abo Mai, Charademuster

und dann die erst in der letzten Woche auf die Nadel gekommen sind:

Opal Mai, BienenkörbelOpal Mai Abo, Bienenkörbelmuster

Für größere Projekte fehlt mir im Moment irgendwie die Geduld. Aber das wird bestimmt auch wieder.

Und weil gerade in den Kommentaren eine Bitte nach einem Foto mit meiner neuen Frisur geäußert wurde:

Haare_0814
Ein grottenschlechtes Selfi, das ich vor einer Woche geschossen habe. Ein klein bisschen länger sind die Haare (wachsen richtig schnell!) :-)

Auszug

In den letzten Tagen war es hier im Blog sehr ruhig. Das hatte einen guten Grund. Frau StrickGedanken hat für 12 Tage ein Zimmer im Kulmbacher Klinikum gebucht gehabt. 12 Tage. Ein bisschen länger, als gedacht.

Aber es hat sich gelohnt. Für meinen Zahnarzt: Er darf mir demnächst eine Wurzel ziehen, der dazugehörige Zahn wurde mir während der Narkose mit dem Beatmungsschlauch abgebrochen *seufz*. Für den Narkosearzt und den Operateur: Die durften mich gleich zweimal sehen, denn manchmal langt man doppelt hin und darf sich Blutergüsse operativ ausräumen lassen. Und vor allem für mich: *Otto* ist endgültig ausgezogen. Und 11 Lymphknoten durften mich auch verlassen.

Die Prognosen für mich sind laut Chefarzt die allerbesten. *Ottos* Hülle hatte nur noch einige versprengte Tumorzellen beheimatet, die Hauptarbeit hatte ja schon die Chemo geleistet. Und die 11 Lymphknoten waren alle frei. Keine einzige war befallen. Jetzt muss nur noch die Drainage im Arm gezogen werden, alles schön abheilen und dann kommen noch Bestrahlungen auf mich zu. Und dann ist die Geschichte endgültig beendet.

Im übrigen sprießen meine Haare wie verrückt und man sieht schon einen leichten Schatten. Für ohne Mütze herumlaufen reichts noch nicht, aber es wird auch da langsam :-) Ich darf so einiges mit dem operierten Arm nicht anstellen, aber eins darf ich uneingeschränkt: stricken. Und das mach ich auch, wenn ich den Schlauch mit der Drainage abgegeben habe. Denn freibeweglich ist der Arm auch. Die Physiotherapeutin im Klinikum war hocherstaunt, dass ich mich so gut bewegen kann.

Und demnächst zeig ich Euch die Socken, die ich in der Klinik gestrickt habe. Irgendwie musste ich mir ja die Zeit bis zur OP totschlagen. Und drei Mosaikpatche hab ich Euch auch noch nicht gezeigt.

Fischlein und Mosaik

In genau einer Woche bin ich schon operiert worden und liege im Klinikum. Und genau aus diesem Grund musste meine Häkeljacke “Nemo” endlich fertig werden. Irgendwie war der Halsausschnitt sehr groß und so wurde etwas experimentiert. So (fast) ohne Anleitung find ich meine Jacke sehr gelungen! Und weil Ihr bei der “Daphne” gemeint hattet, dass ein Foto von fertigen Sachen an Frau Strickgedanken besser aussieht als langweilig auf dem Boden, habe ich für Euch mal schnell gemodelt. Nun – die Frisur passte *hüstel*, das Wetter war gut und das kam dabei raus:

Nemo ohne Kopf“Nemo” mal von nahem. An den Fingern hab ich keinen neuen Nagellack ausprobiert, das ist eine Nebenwirkung von der Chemo *seufz*.

Nemo von hinten“Nemo” von hinten.

NemoUnd jetzt “Nemo” und Frau Strickgedanken in voller Schönheit  :-)  Gell, die Frisur ist toll. Aber drunter ist halt noch nicht allzu viel bzw. sehr kurz (2 Millimeter) und sehr hell. Und solange gibts Mützen.

Jetzt hätte ich ja den fehlenden Ärmel von der “Gotland Jacke” stricken können. Hab ich aber nicht. Hab keine Lust. Ich habe mich aber an das Buch “Mosaic Knitting” erinnert und dass ich da schon vor längerem mir die Deckenpatche stricken wollte. Aber die Wollauswahl fiel mir schwer, da ich angenommen habe, dass ich nicht die passende in meinem Fundus habe. Nun habe ich aber Merino-Konen, teilweise sind das Reste und das Kammgarn, das jetzt schon öfter hier aufgetaucht ist wie z.B. in “Nemo”. Und so habe ich mal ein bisschen angefangen zu stricken. Das wird echt zur Sucht. Und bis zur OP kann ich entspannt Quadrate stricken. Danach? Wird man sehen…

Nemo und Kringel

Die Stricknadeln hab ich mal kurz in die Pause geschickt. Ich bin der Häkelnadel mal wieder verfallen. Die Anfänge vom Sonnenkringelloop habt Ihr ja schon als Unterlage vom Tröstebärchen gesehen. Nun ist er fertig.
SommerkringelDie Farbe ist der Hammer, gell? Der Strang vom ~*Wollklecks*~ hat einfach nur danach gerufen ein Kringel zu werden. Und dann hab ich ihn auch zusammengenäht, so dass man ihn als Loop tragen kann. Die Anleitung kann man käuflich bei Ravelry erwerben. Vielleicht gibts noch einen grünen Kringel aus einem Aboknäuel von Zwergers. Mal gucken.

Bei meinem nächsten großen Häkelprojekt ist eigentlich meine Mama dran *schuld*. Am Muttertag hatte sie nämlich verschiedene Wollreste, die sie zu einer Weste verhäkeln wollte. Das Buch hatte ich doch auch, aus dem sie das Muster hatte! Und der Pulli auf dem Titelbild gefiel mir auf Anhieb.

Burda-HäkelbuchDas Buch ist aus dem Jahr 1980, also topaktuell *hust* Das Muster vom Pulli habe ich auch ausprobiert, aber das hatte mir für einen Pulli zuviele Löcher an Stellen, die ich eher bedeckt haben will. Dann hab ich etliche Muster ausprobiert, hängengeblieben bin ich bei Mamas Muster (das Musterpröbchen liegt ja gleich neben dem Pulli).

Dann kam die nächste Chemo, die schon gewohnt schlaflose Nacht danach und ich hab den Pulli angefangen. Hier häkelt man die Ärmel jeweils bis zur Mitte, und verbindet sie dann. Das Vorder- und Rückteil wird dann konventionell von oben nach unten dran gehäkelt. Eigentlich ganz simpel. Das blöde ist nur, dass man schlecht die Breite der Jacke abschätzen kann (die Gr. 42, bis dahin der Pulli und der Schnitt im Buch geht, hab ich “etwas” überschritten). Aber ich bin ja nix gehalten, also wird das Teil einfach eine Jacke.

NemoSoweit bin ich jetzt schon. Der Rücken ist fertig und ein Vorderteil ebenfalls. Die Wolle (weiß ist Kammgarn, orange ist Schoppel Miro 4fach) ist gewickelt und wartet nur darauf, verarbeitet zu werden. Nun seht Ihr auch, warum ich die Jacke “Nemo” genannt habe :-) Das orange-weiße erinnert mich voll an das Fischlein im Zeichentrickfilm. Mit der Jacke werde ich garantiert nicht übersehen, aber jetzt schon find ich sie wirklich hübsch.

Die Chemos hab ich nun auch komplett durch und der Operationstermin steht inzwischen auch schon. Bis dahin muss sowohl “Nemo” als auch vielleicht der fehlende Ärmel der “Gotland Jacke” vervollständigt werden. Seit gestern weiß ich nämlich, dass mir sämtliche Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt werden und da wird das Stricken und Häkeln am Anfang (hoffentlich gehts wenigstens später wieder…) nicht so gut klappen. Aber bis dahin darf ich mich erholen und Kräfte sammeln. Inzwischen hab ichs mit einem bekannten Buchtitel “Ein Schnupfen hätte auch gereicht”….